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Bericht von der 39. Jahrestagung der NASCO (North Atlantic Salmon Conservation Organization)

Die neununddreißigste Jahrestagung der NASCO fand vom 6. bis 9. Juni 2022 in Edinburgh, Schottland, statt.

Die NASCO ist eine zwischenstaatliche Organisation, die 1984 durch einen Vertrag gegründet wurde und ihren Sitz in Edinburgh hat. Ihre Ziele sind die Erhaltung, Wiederherstellung und Bewirtschaftung der Bestände des wilden Atlantischen Lachses über die nationalen Grenzen hinaus. Sie ist die einzige zwischenstaatliche Organisation mit diesem Mandat, das sie durch internationale Konsultation, Verhandlung und Zusammenarbeit umsetzt.

Die Vertragsparteien des Übereinkommens sind: Kanada, Dänemark (in Bezug auf die Färöer-Inseln und Grönland), die Europäische Union, Norwegen, Russland, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gibt 45 nichtstaatliche Beobachter, die bei der Organisation akkreditiert sind. Die Jahrestagung 2022 wurde in einem gemischten Format einberufen, wobei 80 Teilnehmer persönlich und 31 Teilnehmer online teilnahmen. Zu den Teilnehmern gehörten Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Vertreter von zwischenstaatlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen.

Die NASCO ging diese Woche wichtige neue Verpflichtungen ein, um den Schutz der gefährdeten Wildlachspopulationen zu verbessern und einigte sich auf neue Ansätze für ihre künftige Arbeit, die darauf abzielt, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.

Ein wichtiges Ergebnis der Tagung war – nach fast zweijährigen Verhandlungen – die Verabschiedung eines innovativen Ansatzes für die Regulierung der Lachsfischerei in Westgrönland. In den letzten Jahren fand eine Überschreitung der festgesetzten Grenzen durch die Fischerei statt. Um dem entgegenzuwirken, wird in der evidenzbasierten Regulierungsmaßnahme eine vorsorgliche Obergrenze festgelegt, die deutlich unter der Fanggrenze liegt. Spätestens bei Erreichen der Obergrenze wird die Fischerei stillgelegt. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, in den künftige Fischereidaten und Informationen einfließen werden, so dass die Obergrenze für jedes Jahr der vierjährigen Maßnahme präzisiert werden kann.

Der Präsident der NASCO, Arnaud Peyronnet, begrüßte diesen Durchbruch mit den Worten:

Dieses Abkommen ist ein echter Schritt nach vorn bei der Bewirtschaftung der westgrönländischen Fischerei. Ohne die Flexibilität und Zusammenarbeit aller Parteien und die harte Arbeit von Wissenschaftlern und Managern wäre die Entwicklung und Einigung auf dieses innovative Konzept nicht möglich gewesen. Diese Entscheidung macht deutlich, wie wichtig es ist, dass man von Angesicht zu Angesicht arbeiten kann, um komplexe Probleme zu lösen.

Außerdem sieht die NASCO mit Besorgnis auf die Bedrohung des Atlantischen Lachses durch den Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha), eine invasive Art, die sich im gesamten Nordatlantik ausbreitet. Die NASCO verabschiedete eine Erklärung, in der sie auf diese Bedrohung hinweist und ihre Mitglieder zur Zusammenarbeit aufruft, um unverzüglich Abhilfemaßnahmen einzuleiten.

Die Bedrohung der Wildbestände durch die Lachszucht und die Frage, wie man dagegen vorgehen kann, stand auch in diesem Jahr ganz oben auf der Tagesordnung.

Zu diesem Thema verabschiedete die NASCO eine Erklärung, in der die Vertragsparteien aufgefordert werden, wirksame innovative Technologien für die Lachszucht sowohl auf See als auch an Land zu entwickeln und umzusetzen, um die von der NASCO und der ISFA (International Salmon Farming Association) im Jahr 2009 vereinbarten internationalen Ziele bezüglich des Managements von Seeläusen und der Eindämmung von Zuchtlachs voranzubringen.

Abschließend einigte sich die NASCO für die Durchführung ihrer künftigen Arbeit auf zukunftsorientierte Ansätze, zu der auch die verstärkte Nutzung elektronischer Meetings gehört, um den CO2-Fußabdruck der Organisation zu verringern.

Der Präsident sagte: „Die Gesamtheit der in dieser Woche in Edinburgh getroffenen Entscheidungen ist wichtig für den Umweltschutz und das Überleben einer der symbolträchtigsten Arten der Welt. Der Lachs ist eine Indikatorart und wir müssen weiterhin entschlossene Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass es sie auch in Zukunft geben wird.“

Die vierzigste Jahrestagung wird voraussichtlich vom 6. bis 9. Juni 2023 in Kanada stattfinden.

Weitere Informationen auf der Webseite der Organisation: www.nasco.int
E-Mail: hq@nasco.int