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Haringvlietschleusen: Auf oder zu?

Franklin Moquette, 4. Dezember 2018

Endlich! Nach fast 20 Jahren wurden die Haringvlietschleusen in den Niederlanden im November 2018 offiziell einen Spalt geöffnet (Kierbeschluss). Oder etwa doch noch nicht?

In den Niederlanden sind im Rhein und in der Maas die niedrigsten Wasserstände seit einem Jahrhundert. Wegen dieser niedrigen Wasserstände haben wir im niederländischen Delta zu wenig Süßwasser und es drängt Salzwasser vom Meer in unsere Flüsse hinein. Dieses Salzwasser bedroht unsere Trinkwasserentnahme und unsere Landwirtschaft. Deswegen sind die Schleusen jetzt noch nicht dauerhaft teilweise geöffnet. Auch aus diesem Grund gibt es so wenige Lachsrückkehrer in diesem Jahr in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Außerdem: Die Erwartungen hinsichtlich des positiven Effektes der spaltweise geöffneten Haringvlietschleusen wird in den Rhein-Anrainerländern viel zu hoch eingeschätzt.

Eine Untersuchung, die im Auftrag des Niederländischen Sportfischerverbandes (Sportvisserij Nederland) durchgeführt wurde, zeigt, dass es nie eine dauerhafte Zone mit Brackwasser geben wird. In Perioden niedriger Wasserstände werden die Haringvlietschleusen fast dauerhaft geschlossen bleiben. So, wie es jetzt auch der Fall ist.

Hinsichtlich der Fischereisituation im Bereich der Haringvlietschleusen hat sich auch noch nicht viel verändert. Sportvisserij Nederland und Umweltorganisationen hatten sich um einen Aufkauf der Fischereirechte durch die niederländische Regierung bemüht. Dafür hat das Fischereiministerium aber zu wenig finanzielle Mittel. Zumindest ist dies aber ein Eingeständnis der Regierung, dass es überhaupt Fischerei im Bereich der Haringvlietschleusen gibt. Dieses wurde vor einigen Jahren in mehreren Briefwechseln mit dem Atlantischen Lachs e. V. durch die niederländische Regierung geleugnet.

Also: „Im Westen nichts Neues“…

 

Untersuchung zur teilweisen Öffnung der Haringvlietschleusen, durchgeführt im Auftrag von Sportvisserij Nederland: (pdf, niederländisch)