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Statusbericht II - hier: Lachszentrum Hasper Talsperre

Dietmar Firzlaff; verantwortlich für die betrieblichen Abläufe der Fischzucht

Die Fischzuchtanlage an der Hasper Talsperre hat das erste Probejahr erfolgreich überstanden. Die Aufzuchtsergebnisse können sich, trotz noch nicht optimaler Abläufe, sehen lassen; dies wurde von den vielen fachkundigen Besuchern bestätigt.

Für die Versorgung der gesamten Fischzucht dient das Tiefenwasser der Hasper Talsperre, das im Entnahmebereich (ca. 5 m über Grund) mit Hilfe eines sehr leistungsstarken Kompressors zeitweise belüftet wird. Dadurch wird sowohl die Temperatur als auch der Sauerstoffgehalt des Entnahmewassers positiv beeinflusst. Es muß allerdings der Nachteil in Kauf genommen werden, dass z.B. auch die Kieselalgen prächtig gedeihen und in die Anlage gelangen.

Auf Basis der gemachten Erfahrungen erfolgt die Optimierung der Anlage:

Erbrütung: Sowohl um die Kieselalgen abzutöten, als auch zur Minimierung der virologischen und bakteriellen Risiken wurde eine UV-Desinfektionsanlage installiert. Ein nachgeschalteter Bead-Filter sorgt dafür, dass die Wasserqualität für die Brutschränke keine Wünsche mehr offen lässt. In der vergangenen Saison wurden Eier von Seeforellen, Seesaiblingen und vor allem Lachsen im Augenpunktstadium aufgelegt und bei Temperaturen zwischen 4 und 6 Grad erbrütet. Die Verlustrate bis zum Aufzehren des Dottersacks betrug in keinem Fall mehr als 4%. Besonders möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Eier lediglich einmal vor dem Auflegen mit Actomar desinfiziert wurden. Eine weitere Behandlung fand nicht mehr statt. Auch hat sich der Einsatz der Gitterroste, die zur Ruhigstellung der Brütlinge dienen, für die Entwicklung der Brütlinge sehr positiv ausgewirkt. Kurzfristig wird die Kapazität um weitere 10 Schränke, dies entspricht ca. 900.000 Eiern, erhöht.

Aufzucht: Die Lachse wurden am 10.05.2002 das erste Mal gefüttert und im Januar 2003 sortiert, bei einer Reduktion der Futtermenge ab Mitte Oktober auf 0,5%. Ca. 60% der Fische hatten eine Länge zwischen 7 und 12 cm, alle anderen waren zwischen 11 und 15 cm lang. Auffällig war, das ein Großteil der Fische nach dem Sortieren bis Anfang April 2003, trotz niedriger Wassertemperaturen, noch einmal erheblich im Wachstum zugelegt hatten.

Das gesamte Wasser durchläuft vor Nutzung in den Becken eine UV-Desinfektionsanlage. Dies hat u.a. die Vorteile, dass sowohl Keime reduziert werden als auch die Kieselalgen in den Becken nicht mehr lebensfähig sind und somit keine Probleme mehr verursachen. Alle UV-Anlagen, die von der Firma „WEDECO AG“ geliefert wurden, arbeiten bis heute effektiv und einwandfrei.

Die Becken stehen in einer Leichtbauhalle der Firma „Röder AG“. Obwohl sowohl im Sommer als auch im Winter für unsere Verhältnisse klimatische Extremsituationen herrschten, traten keinerlei Probleme auf.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich der Einsatz eines Sauerstoffgenerators pro Aufzuchtsmodul bewährt hat. Das Gerät produziert ca. 350 Liter 90-95%igen Sauerstoff. Dieser Sauerstoff wird mit Hilfe eines Bypasses dem Einlaufwasser zugeführt. Ziel ist hier nicht die Erhöhung der Produktion, sondern die Verbesserung der Qualität der Fische. Angestrebt und erreicht wird im negativsten Fall ein Sauerstoffgehalt von > 8 mg/l im Auslaufwasser.

Die Anlage ist modular aufgebaut und wird auf Grund der positiven Erfahrungen in gleicher Form erweitert.

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