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Fische überwinden fünf Meter Höhe

Hier baut der Ruhrverband: Ab Februar 2008 sollen am Wehr in Hengstey die Ruhrfische schleifenförmig zu den oberen Laichplätzen aufsteigen können. Das Bauwerk kostet rund 1,35 Millionen Euro. (WR-Bild: Theo Schmettkamp)
Hengstey. Vier Badewannenladungen pro Sekunde - das haute den stärksten Fisch um. Dem wird ein Riegel vorgeschoben, ein Schieber kontrolliert die Wassermengen, die sich durch die Schlitze pressen - und Fische anlocken sollen, gegen den Strom zu schwimmen.
Über 157 Meter, portioniert in 39 Becken, wird sich der Fischaufstieg über fünf Meter Höhenunterschied kurvenreich winden - in direkter Nachbarschaft zum energieladenden Laufwasserkraftwerk Hengstey. Der Ruhrverband hilft den Fischen, von der Ruhr in den Hengsteysee aufsteigen zu können. Fische orientieren sich an der Hauptströmung und schwimmen ufernah, erklärt Thomas Brinkmann vom Ruhrverband. Nur so schaffen sie es, auf der gesamten Flussbreite einen Schlitz von etwa 40 Zentimetern zu finden. Dann landen Karpfen, Brassen, Äschen und Barben in einem Becken mit Wasserwirbeln und werden magisch durch den nächsten Schlitz ins nächste Becken gezogen - und so weiter, bis sie oben angekommen sind. Je nach Fisch kann das dauern. Ein schwerfälliger Karpfen kann dafür ein paar Tage brauchen, während eine wendige Forelle es in einer halben Stunden schafft, meint Bauleiter Andreas Schiffmann. 570 Liter pro Sekunde - jene vier Badewannenfüllungen - werden durch den Fischaufstieg gejagt. Am Hengsteysee schwankt der Pegel bis zu 70 Zentimeter durch den Zugriff des Koeppchenwerkes - wir regulieren den Wasserdurchlauf, erklärt Schiffmann.
1,35 Millionen Euro kostet das Bauwerk. Natürlich, sieht Andreas Schiffmann als Vater zweier Kinder, hätte man damit ein paar Schulen renovieren können. Aber, kommt der Wassermann durch, wir zerstören die Ökologie der Gewässer. Das Fischwanderprogramm ist ein Beitrag, das Gleichgewicht wieder herzustellen. In Zukunft werden die Flussabschnitte gleichmäßiger bevölkert sein. Noch gibt´s Geld vom Land dazu. Drei Anlagen helfen den Wassertieren an der Stiftsmühle (Zufluss der Volme) und am Harkortsee bereits, flussaufwärts weiterzukommen. Bis Februar 2008 wird es am Hengsteyer Wehr dauern, bis Fische die Schlitzpässe passieren können. Große Wassermengen haben den Bau verzögert - die kamen von oben.
10.09.2007 Von Anja Wetter
INFO
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