Weitere Informationen zum Lachszentrum Hasper Talsperre finden Sie auf der CD Die Rückkehr der Lachse,
Lesen
und im Kurzfilm, Lesen
Sie sind hier: Pressearchiv > Presse 2006 > Westfälische Rundschau, Januar 2006

Betriebsleiter Dietmar Firzlaff (li.) und Dr. Rainer Hagemeyer mit einem Lachsweibchen, das bereits zweimal gelaicht hat - einmalig in Deutschland. (Bild: Jan Kamman)
Hagen(BR) Erstmalig in Deutschland ist es dem Lachszentrum Hasper Talsperre gelungen, zwei Lachsweibchen nach dem Abstreifen der Eier Ende des Jahres 2004 so zu behandeln, dass sie wieder Nahrung aufgenommen haben und jetzt erneut Eier liefern konnten.
Die Grönland-Rückkehrer, die in der Dhünn bei Leverkusen gefangen wurden, sind aus genetischer Sicht sehr wichtig, stellt Betriebsleiter Dietmar Firzlaff fest: Da Atlantische Lachse in der Natur nach ihrer kräftezehrenden und gefahrvollen Laichwanderung größtenteils nach der Eiabgabe sterben, galt es alle Mühe daran zu setzen, die Fische am Leben zu halten. Die Mühe hat sich gelohnt. Beide Lachse haben überlebt und bis Oktober wieder gut gefressen und im Dezember zum zweiten mal wertvolle Eier geliefert. Die nächsten Tage werden zeigen, ob es gelingt, diese Lachse noch einmal zu rekonditionieren. Es sieht nicht schlecht aus.
Ein großartiger Erfolg für die Fischzucht, den Firzlaff am Samstag zahlreichen Besuchern aus dem In- und Ausland mitteilen konnte, die zur schon traditionellen Beschneidung der Parrs, wie die kleinen Lachse mit einer Größe zwischen 5 und 12 Zentimetern genannt werden, zur Hasper Talsperre gekommen waren. Dort wurden am Wochenende von ehrenamtlich tätigen Fischfreunden die 110 000 Lachse durch einen Einschnitt an der Fettflosse markiert, die in wenigen Wochen im Bereich der Sieg , der Lahn und der unteren Ruhr ausgesetzt werden und sich dann auf den Weg in en Atlantik machen.
Längst ist das vom Hasper Dr. Rainer Hagemeyer initiierte und ständig aktiv voran getriebene Zentrum weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens anerkannt. Längst ist es auch zu einem attraktiven Treffpunkt geworden, wie am Samstag die Auto-Kennzeichen aus allen Bereichen Deutschlands und des westlichen Europa dokumentierten.
Was vor Jahren Utopie schien, bestätigt den Einsatz Hagemeyers: Inzwischen sind zurückgekehrte Lachs in der Sieg und ihren Nebenflüssen nachgewiesen. Einige von ihnen wurden in der Dhünn gefangen, anhand ihrer Markierung identifiziert und dienen als Laichfische an der Hasper Talsperre, wo sie Jahre zuvor aufgezogen worden waren.
In spätestens zehn Jahren werden die ersten Heimkehrer in heimischen Gewässern erwartet
In spätestens zehn Jahren hofft Dr. Hagemeyer, der Vorsitzende des Vereins Der Atlantische Lachs und 1. Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Westfalen-Lippe, auch in dem heimischen Gewässern die ersten Heimkehrer begrüßen zu können. Denn die Zusage des Landes steht, das Hindernis des Ruhrwehrs in Duisburg durch eine Fischtreppe zu beseitigen. Durch eine Glasabschirmung sollen die Lachse sowohl im Wasser wie auch beim Sprung auf die höheren Stufen beobachtet werden können.
Eine ähnliche Einrichtung ist auch für die Staustufe am Laufkraftwerk am Hengsteysee vorgesehen. Wie Ernst Jürgen Schürg von der Unteren Wasserbehörde bestätigte, ist eine Realisierung zumindest mittelfristig geplant. Dann fehlt als große Maßnahme noch das acht Meter hohe Wehr des Baldeneysees.
Erfreut konnte Dr. Hagemeyer, der unter den Gästen auch die Mitglieder der Bezirksvertretung Haspe begrüßte, mitteilen, dass inzwischen 4 500 CD-Roms an Schulen im Einzugbereich des Rheins in Nordrhein-Westfalen mit Unterrichtsmaterial über den Lachs und seine Wiedereinbürgerung verschickt wurden.
Westfälische Rundschau, 17. Januar 2006
Lachszentrum Hasper Talsperre
Hagen. (BR) Erstmalig in Deutschland ist es dem Lachszentrum Hasper Talsperre gelungen, zwei Lachsweibchen nach dem Abstreifen der Eier Ende des Jahres 2004 so zu behandeln, dass sie wieder Nahrung aufgenommen haben und jetzt erneut Eier liefern konnten.
HINTERGRUND
Der Atlantische Lachs e.V. Stauseebogen 23 45259 Essen Tel. 07 00 / 33 75 22 47