Weitere Informationen zum Lachszentrum Hasper Talsperre finden Sie auf der CD Die Rückkehr der Lachse,
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110 000 Lachse auf Weg in Atlantik
Westfälische Rundschau, Januar 2006
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Jeder Fisch musste von den ehrenamtlichen Helfern in die Hand genommen und gekennzeichnet werden
Hagen. (joe.) Sie kamen aus allen Bereichen der Republik, von Hamburg bis Neustadt an der Weinstraße: Die Einen, um mitzuhelfen bei der Markierung der jungen Fische, die Anderen, um das Lachszentrum an der Hasper Talsperre kennen zu lernen.
Es gab viel zu sehen und auch zu tun. Inzwischen ist unterhalb der Staumauer in einer weiteren Halle die zweite Ausbaustufe des Zentrums entstanden. Die Anlage besteht jetzt aus 28 Rundstrombecken mit einem Durchmesser von drei Metern und zehn Rundbecken mit zwei Metern Durchmesser. Die Brutkapazität wurde auf 2,5 Millionen Eier erhöht. Diese Möglichkeit wird allerdings längst noch nicht ausgeschöpft.
Vom frühen Samstagmorgen an galt es, wie der Fischzucht-Verantwortliche Dietmar Firzlaff erläuterte, die einjährigen Jungfische zu sortieren und markieren. 130 000 Stück mussten in die Hand genommen und an der Fettflosse gekennzeichnet werden, damit ihre Wanderweg ins Meer und zurück genau verfolgt werden kann. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer waren nötig, um das Pensum bis in die Abendstunden zu erledigen. Die Mitglieder der Initiativen zur Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses kamen aus den Einzugsgebieten der Bröl, Rur, Hönne, Lenne, Wupper, Dhünn, Ruhr, Oste, Oker, Saynbach, Brexbach, Lahn, Dill und Weil.
Die Lachse wurden nach verschiedenen Kriterien sortiert und ihren Einsatzgebieten zugeordnet. In den nächsten Tagen werden die sogenannten Smolts für den Rückkehrbereich Ruhr unterhalb des Wehrs in Duisburg sowie in der Sieg ausgesetzt. Die Parrs sind für Deilbach, Kyll, Prüm und Elbbach bestimmt. Während die Jungfische auf den Abtransport warten, liegen in den Aufbereitungsanlagen im Mauerfuß bereits neue Eier.
Gleichzeitig fand auf Einladung des Vorsitzenden des Vereins Der Atlantische Lachs e.V., des Hasper Zahnarztes Dr. Rainer Hagemeyer, im Wasserwerk ein erster Erfahrungsaustausch über die Lachs-Wiedereinbürgerungsprojekte statt. Die Anwesenheit von Behördenvertretern und Projektleitern aus sechs verschiedenen Bundesländern, Luxemburg und den Niederlanden macht deutlich, welche Bedeutung das Lachszentrum gewonnen hat.
Davon überzeugten sich auch mehrere Verantwortliche der heimischen Wirtschaft und der Stadt - wie der Beigeordnete Dr. Christian Schmidt. Der erkannte zwar die Probleme der Wiedereingliederung von Lachsen, die wegen ihrer geringen Erfolgsspanne zur Zeit bei einigen Tierschützern auch umstritten sei, aber für den heimischen Naturschutz sei das Projekt von großem Nutzen: Schon allein dadurch, dass Druck auf die Wehrbesitzer ausgeübt werde, ihre Wehre durchlässig zu machen, und der natürliche Kreislauf wieder in Gang gebracht werde. Die Einrichtungen an der Hasper Talsperre seien aus Tierschutzsicht auf allerhöchstem Niveau.
Dr. Schmidt sieht für die Zukunft einen größeren Erfolg: Wenn ab 2006 die Talsperre wieder zur Wassergewinnung dient, dann haben wir hier zusammen mit dem Lachszentrum eine auch touristisch attraktive Einrichtung, die international einmalig ist.
Der Atlantische Lachs e.V. Stauseebogen 23 45259 Essen Tel. 07 00 / 33 75 22 47