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Übergabe des Schecks für das Wiederansiedlungsprojekt

Herr Gommoluch, Fraport; Herr Reil, Verein „Der Atlantische Lachs e.V.“ sowie Dr. Schneider

Smolts

Smolts

Smolts im Transportbehälter

Smolts im Transportbehälter

Eimer für den Besatz mit Smolts

Eimer für den Besatz mit Smolts

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Fraport AG spendet 35 000 Euro für Wiederansiedelungsprojekt

Ab Herbst nach Prachtburschen Ausschau halten

Fraport AG spendet Wiederansiedelungsprojekt für Atlantik-Lachs 35 000 Euro. Auch die Kinzig als Lebensraum zurückgewinnen

Dr. Jörg Schneider (rechts) und Rainer Gomolluch von der Fraport AG setzen Junglachse in die Kinzig aus

Smolt

Dr. Jörg Schneider (rechts) und Rainer Gomolluch von der Fraport AG setzen Junglachse in die Kinzig aus

Region Hanau. „Wunderschön“, „Kann ich einen mit nach Hause nehmen?“ Die US-amerikanischen Grundschulkinder, die vergangene Woche einen Waldspaziergang durch die Bulau machten, bekamen ein ungewöhnliches Spektakel zu sehen. Am Kinzigsteg in Hanau-Wolfgang wurden 1 500 „Smolts“ ausgesetzt. Dies ist die Bezeichnung für ein Jahr alte Lachse, die bereit sind, auf eine mehrere tausend Kilometer lange Wanderung zu gehen. Denn der Lachs, genauer gesagt der Atlantische Lachs, soll in einigen Jahren wieder zum normalen Fischbesatz in hessischen Flüssen wie Main und Kinzig gehören. Und nicht nur dort, sondern bundesweit. Dass dies möglich wird, dafür will die Vereinigung „Der Atlantische Lachs - Vereinigung zur Förderung des Lachses, seiner Lebensräume, seiner ökologischen und sozioökonomischen Bedeutung“ sorgen. Ein langer Vereinsname, hinter dem sich zahlreiche engagierte Naturschützer, Angler und Wissenschaftler verbergen. Sie alle haben nur ein Ziel: den Atlanik-Lachs in seinen ursprünglichen Heimatgewässern im gesamten Bundesgebiet wieder anzusiedeln. Wer in den kommenden Herbsttagen einen Spaziergang an der Kinzig unternimmt, der sollte öfters seine Blicke Richtung Wasser schweifen lassen. Mit einer ordentlichen Portion Glück kann er dann waschechte Lachse beobachten. Die bis zu einem Meter und mehr messenden Prachtburschen haben sich dann nicht etwa verschwommen und sind statt nach Kanada zu schwimmen, mitten im Atlantik falsch abgebogen.

Wenn es in diesem Herbst große, erwachsene Lachse in der Kinzig geben sollte, sind sie hier auch aufgewachsen. Seit 2001 werden in den hessischen Flüssen Hunderttausende von nachgezogenen Junglachsen eingesetzt. Manche noch im Babyalter, andere als „Smolts“. Ende der vergangenen Woche wurde ein symbolischer Besatz von 1 500 Junglachsen am Kinzigsteg eingesetzt. Anlass war eine Scheckübergabe der Fraport AG, die 35 000 Euro aus dem Topf ihres Umweltfonds an die Vereinigung „Der Atlantische Lachs“ übergab. Die ersten ausgesetzten Tiere, die vor drei Jahren von der Kinzig aus über den Main, den Rhein und die Nordsee in den Atlantik gewandert sind - die Meeresgebiete, die das Wanderziel der Lachse darstellen, können bis in Grönland und Neufundland liegen - werden in diesem Herbst zurückerwartet. Allerdings wird nur ein Bruchteil der ausgesetzten Lachse den weiten Rückweg schaffen. Natürliche Fressfeinde sind aber nicht der einzige Grund. „Die barrierefreie Rückwanderung für die Lachse ist nicht gegeben“, erklärt Dr. Jörg Schneider die Ursache. Der Diplom-Biologe arbeitet in einem Büro für Fisch- und Gewässerökologische Studien und betreut die „Wiedergeburt“ des Atlantischen Lachses in der Kinzig und ihren Nebenflüssen. Schuld daran sind die Staustufen und Wehre auf Main und Kinzig, die nicht „lachstauglich“ sind. Bekanntermaßen springen Lachse über Hindernisse, die bei der Rückkehr in ihre Heimatgewässer auf dem Weg liegen, beispielsweise Stromschnellen oder natürliche Wehre.

Eine hohes Betonwehr, wie es beispielsweise bei Flusskraftwerken gebaut wird, stellt ein unüberwindbares Hindernis für die Lachse dar. Deswegen ist es nötig, „Umleitungen“ in Form von Seitenkanälen einzubauen, damit die Lachse weiter stromaufwärts wandern können. Eine reine Geldfrage, aber Geld ist in den heutigen Zeiten knapp. Das weiß auch Dr. Christian Köhler vom Regierungspräsidium Darmstadt. Er hofft, dass finanziert aus Kompensationsmitteln - die Staustufe in Mühlheim in spätestens zwei Jahren lachsgerecht umgebaut werden kann. Auch die Kinzig ist nicht frei von Hindernissen. Im Herbst soll die Wehranlage in Erlensee umgebaut werden, auch das Wehr in Gründau steht auf der Umbauliste. Auch Dr. Jörg Schneider wartet sehnlichst auf den Herbst. „Denn der Lachs ist ein prima Anzeiger für die Qualität eines Gewässers. Wenn's beim Lachs klappt, hat man eine gewisse ökologische Qualität erreicht“, sagt er. Denn nicht nur die Wasserqualität ist ausschlaggebend, auch die Beschaffenheit des Grundes - es muss ausreichend Kies zum Ablaichen vorhanden sein - ist für den Erfolg der Ansiedelung entscheidend. Eine Mission, die von der Interessengemeinschaft Kinzig, einem Zusammenschluss von 2 700 Mitgliedern aus 15 meist angelsportlichen Vereinen, unterstützt wird. Das Ziel ist klar: Eines Tages sollen auch wieder kapitale Lachse bei den Anglern anbeißen können. Denn noch herrscht strengstes Fangverbot für die zurückkehrenden Edelfische.

Uli Peter Neumann (Hanauer Anzeiger)

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