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Europaweites Programm zeigt erste Erfolge - Vor über zehn Jahren begonnen.
Projektleiter Dr. Jörg Schneider und seine Crew schippern mit einem abenteuerlich anmutenden Kunststofftank die Nister herab. Mit dem elektrisch betriebenen Fanggerät werden die Fische betäubt, um sie untersuchen zu können. (Bild: BT)
Wissen. (BT) Die Jubelrufe schallen weit ins Nistertal: "Endlich einen Lachs gefangen”. Und tatsächlich: Im Kescher zappelt ein silbrig glänzender, mit roten Punkten übersäter Fisch.

72 cm lang und 3500 g schwer ist dieser Lachs. Am Maul des Fisches sieht man den typischen Laichhaken
Seit etwa zehn Jahren gehört die Nister zum europaweiten Programm "Lachs 2000”. Die ertsen Lachseier beziehungsweise mehere Zentimeter lange Brütlinge wurden bereits um 1990 in die Nister eingesetzt. Die Tiere wandern ins Meer ab und kehren, wenn alles gut geht, nach drei oder vier Jahren instinktsicher in ihre angestammten Laichgewässer zurück. Probleme gab es oftmals mit verschmutztem Wasser oder Wanderhemmnissen in Form von Staumauern. Mehrmals jährlich finden unter Mitwirkung von Projektleiter Dr. Jörg Schneider Kontrollbefischungen statt. Dann steigen etwa acht Leute in abenteuerlich anmutende aufgeschnittene Kunststofftanks und lassen sich bei günstigem Wasserstand die Nister hinunter treiben. Unterwegs treten elektrisch betriebene Fanggeräte in Aktion. Die Fische werden kurzfristig betäubt, nehmen aber keinen Schaden. Die jüngste Befischung verlief zunächst ohne größerer Ergebnisse. Und von den Lachsen war schon gar nichts zu sehen.
Nach etwa drei Stunden kam die seltsame Armada, begleitet von einem Boot des Wissener Kanuclubs in die Nähe der Nisterbrücke bei Thal. Man warf den Kescher jetzt eher routinemäßig ins Wasser. Direkt oberhalb der Brücke wurde die Gruppe dann blitzartig wieder munter.
Erfolg spornt die ehrenamtlichen Helfer richtig an. "Ein Lachs", riefen alle durcheinander. Was sich im ersten Moment wie das sprichwörtliche Anglerlatein anhörte, bestätigte Fischbiologe Jörg Schneider nach seiner ersten Begutachtung. Der Fisch ist 72 cm lang und wiegt etwa 3500 g. Er stammt von den Wildfängen in Dänemark ab und ist wahrscheinlich vor vier Jahren in die Nister eingesetzt worden. Seither hat er einen langen Weg in den Nordatlantik und wieder zurück hinter sich gebracht. Vor drei Wochen hat man das männliche Tier ("Milchner”) in einer Siegburger Kontrollstation gefangen und mit einer Marke versehen. Der Fisch wurde umgehend in die Aufzuchtanlage der "Arbeitsgemeinschaft Nister” gebracht. Dort hat ihn zunächst Vorsitzender Manfred Fetthauer von alle Seiten betrachtet. "Dieser Erfolg spornt unsere ehrenamtlich tätigen Leute noch einmal richtig an”, sagt er mit Freude in der Stimme. Denn ein Lachsrückkehrer ist bislang trotz aller Bemühungen eine echte Rarität im Nistertal. Fernziel ist jedoch eine natürliche Vermehrung und nicht das weitere Einsetzen von Eiern oder Brütlingen. Einige Laichgruben in der Kroppacher Schweiz künden von Lachsen, die schon früher den Weg in den Westerwald gefunden haben. Das jetzt gefangenen Exemplar wird eingehend untersucht. Erst wenn das Ergebniss feststeht weiß Dr. Schneider , ob der legendäre Nisterlachs wieder da ist.
Westfälische Rundschau, 21. November 2002
Der Atlantische Lachs e.V. Stauseebogen 23 45259 Essen Tel. 07 00 / 33 75 22 47