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Interessengemeinschaft LAHN e.V.
Länderübergreifende Interessenvereinigung von Fischereivereinen und anderer Naturschutzgruppen, im November 1985 gegründet, seit Juli 1992 eingetragener Verein
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Noch sind die Lachse in der Lahn nicht am Ziel

Minister Dietzel besichtigte Fischhalteanlage in Aumenau

Minister Dietzel besichtigte Fischhalteanlage in Aumenau

IG-Lahn-Vorsitzender Winfried Klein (2. von rechts) erläuterte unter den Augen zahlreicher Naturschützer Minister Wilhelm Dietzel (3. von links, dunkelblauer Mantel) die Aumenauer Lachszuchtstation. (Foto: Klöppel)

VilImar-Aumenau. Der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) hat gestern die von der Interessengemeinschaft (IG) Lahn errichtete Fischhalteanlage in Aumenau besucht.

In den vier Rundstrombecken dort werden zurückkehrende Lachse gehalten und Lachsbrütlinge aufgezogen. 2001 sei dort gleich beim ersten Versuch die Aufzucht von 7 500 Junglachsen aus französischen Eiern geglückt, was eine sensationelle Quote von über 90 Prozent bedeute, freute sich IG-Lahn-Vorsitzender Winfried Klein.

Das große Ziel seines Fischerei- und Artenschutzprojektes sei es, Wanderfischarten, wie zum Beispiel dem Lachs, wieder gesunde und naturnahe Lebensräume anzubieten, betonte Minister Dietzel.

Die bisher erreichten Erfolge zeigten, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei. Verbessert werden müssten aber weiterhin noch die Gewässerstruktur und -dynamik. Die Fische müssten auch stärker vor Gefahren im Bereich von Wasserkraftanlagen geschützt werden. Notwendig sei auch, die Durchgängigkeit an Wehren wiederherzustellen.

Winfried Klein erklärte, dass das Lachsprogramm trotz kleiner Schwierigkeiten in Hessen bereits vorbildlich laufe.

Zum Hintergrund: Die an der Lahnmündung bei Lahnstein zurückkehrenden Lachse werden für die Laichgewinnung mit der schonenden Elektro-Fischfangmethode eingefangen (seit 1995 wurden dort bislang 18 Exemplare aufgefischt) und in der neu gebauten Hälteranlage in Aumenau bis zur Laichreife gehalten.

Die Lachswarte der IG Lahn haben in ehrenamtlicher Arbeit die Rundstrombecken aufgebaut, die an ein Einlaufbauwerk angeschlossen und über eine Leitung mit Wasser versorgt werden. Hieraus erhalten die mit der Betreuungbeauftragten Mitglieder der IG Lahn nun Laichprodukte von Fischen, die aus der Lahn stammen.

Allerdings muss auch in Zukunft noch zusätzlich auf befruchtete Eier französischer Elterntiere zurückgegriffen werden, um in ausreichender Zahl besetzen zu können.

Es gehe um die Wiedereinbürgerung sich selbständig reproduzierender Lachspopulationen in den hessischen Lahnzuflüssen Dill und Weil sowie im rheinland-pfälzischen Mühlbach, sagte der zuständige Abteilungsleiter Walter Fricke von der Oberen Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Gießen.

Solange die aufstiegswilligen Lachse und Meerforellen jedoch auf Grund unpassierbarer Hindernisse nicht über die Lahn und ihre Zuflüsse bis zu ihren potenziellen Laichgebieten aufsteigen könnten, sei es erforderlich, diese genetisch wertvollen Elterntiere an der Staustufe in Lahnstein abzufangen.

Bei zurückkehrenden Lachsen bestehe, so Fricke, natürlich die Gefahr, dass Virusinfektionen und Parasiten in die Binnengewässer eingeschleppt würden. Vor diesem Hintergrund hätten sich die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz entschieden, gemeinsam den Bau einer Anlage zur Zwischenhälterung von Lachsen für 55 000,- Mark zu finanzieren und unterhalten, die in Aumenau im Dezember 2000 entstanden sei.

Im Herbst letzten Jahres sei, so der RP-Vertreter, die Anlage durch ein Bruthaus mit Brutschränken ergänzt worden, um die gewonnenen Eier vor Ort direkt erbrüten zu können. Die Lachse würden hier je nach Zeitpunkt des Fanges von September bis Dezember nach Geschlechtern getrennt in den Becken gehalten und zum Zeitpunkt der Eireife künstlich vermehrt.

"Anschließend werden die Tiere soweit möglich wieder in das Gewässersystem zurückgesetzt, um ihnen einen zweiten Vermehrungszyklus zu ermöglichen", berichtete Fricke.

Von Robin Klöppel
Weilburger Tageblatt, 24.01.2002

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