Interessengemeinschaft LAHN e.V.
Länderübergreifende Interessenvereinigung von Fischereivereinen und anderer Naturschutzgruppen, im November 1985 gegründet, seit Juli 1992 eingetragener Verein
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Sie sind die emsigsten und zuverlässigsten Lachswarte am Lahnsystem. Dafür dankte ihnen die IG Lahn mit Urkunden und Präsenten, die der Voritzende Winfried Klein (links) und Finanzminister Karlheinz Weimar (rechts) an (von links) Frank Plettenberg (Edingen), Günther Teschke (Kirberg), Oliver Gräb (Edingen), Hans-Dieter Reil (Gemünden) und Hans-Dieter Dörr (Katzenfurt) überreichten. Nicht anwesend waren Michael Göhlert (Edingen), Heinz-Dieter Eckhardt (Wetzlar) und Patrick Annebique (Haintchen). (Foto: Fluck)
Villmar-Aumenau. Die Durchgängigkeit der Lahn für Wanderfische geht langsam aber beständig voran. Insbesondere in den Seitengewässern tut sich was. Am Elbbach werden zur Zeit vier Wehre mit Fischtreppen versehen, zwei weitere sind noch in diesem Jahr geplant. Die Finanzierung erfolgt durch Ausgleichsmittel vom Bau der ICE-Strecke. An der Lahn wird in Kirschhofen und Löhnberg begonnen. Ebenso erhalten an der Dill die beiden letzten Wehre Fischaufstiege. Das hat der Vorsitzende Winfried Klein in der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft (IG) Lahn am Samstag im Schützenhaus Aumenau mitgeteilt. Was sich für Hessen so fortschrittlich anhört, ist im rheinland-pfälzischen Teil der Lahn problematisch."Ich verstehe ja die Landesregierung, die nicht alles aus eigener Kasse bezahlen und den Bund als Eigentümer der Bundeswasserstraße Lahn ins Boot holen will”, sagte Klein. Die IG Lahn erwarte, dass ihre beim Petitionsausschuss des Bundestages anhängige Petition positiv beschieden werde. Klein: "Dann kommen wir auch in Lahnstein weiter.”
Mit der Wasserqualität der Lahn und ihren Nebengewässern ist die IG Lahn zufrieden. Allerdings weisen üppige Algenblüten vor allem im Frühjahr auf eine erhebliche Nährstoff-Fracht hin. Der hohe Ansteig der ph-Werte werde sich erst durch den Einbau der "Stufe 3” in den Kläranlagen verringern. Die Gemeinden sein gefordert, die von den Landesregierungen bereit gestellten Gelder abzurufen und die noch notwendigen Baumaßnahmen zu veranlassen, sagte Klein. Mit Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) haben die in der IG Lahn vertretenen 45 Fischerei- und Naturschutzvereine (mit 800 Mitgliedern) einen politischen Anwalt auf ihrer Seite. Weimar rügte Kraftwerksbetreiber, die den Fischereivereinen auf juristischem Weg harsche Kritik an ihren Wasserkraftwerken untersagen lassen wolle. Abgesehen von der Tatsache, dass die wirtschaftliche Sinnfähigkeit solcher Anlagen sehr in Frage stehe, gleiche es einer Schizophrenie, wenn einerseits den Fischereivereinen vom Gesetzgeber Auflagen für die Bewirtschaftung erteilt und andererseits die Fische von den Kraftwerken klein gehackt würden.
Seit 1996 seien 51 Wehre umgebaut worden, weitere 80 stünden noch auf der Projektliste. Der Vertreter der Landesregierung ging aus aktuellem Anlass auch auf den vorbeugenden Hochwasserschutz an der Lahn ein. Erst kürzlich sei Hessen in ein EU-Förderprogramm aufgenommen worden. Zu den Gesamtkosten von 7,2 Millionen Euro gewähre die EU zwei Millionen Euro. Der Fischereireferent der Hessischen Landesregierung, Günther Mau, informierte die Versammlung über den Stand des Verfahrens für das neue Fischereigesetz, das den Anliegen der Fischereivereine entgegen komme und modernen Anforderungen gerecht werde. Ende August stehe im Landtag die zweite Lesung an und im November folge der Beschluss des Gesetzes. Dass es auch mit der Wiederansiedlung des Lachses gut voran gehe, das bestätigte Walter Fricke von der Oberen Fischereibehörde Gießen. In Kürze werde ein neuartiges Fluchtrohr für Aale erprobt.
Der verantwortliche Lachswart Hans-Dieter Reil (Weilrod) erstattete einen Bericht über die Lachswarte. Ihnen war vor Lahnstein der Fang der ersten vier Rückkehrer aus dem Atlantik gelungen. Kürzlich wurden erneut 10 000 Junglachse in einer Größe von sechs bis elf Zentimetern in die Weil eingesetzt. Nach anfänglichen Problemen in der neuen Hälteranlage in Aumenau und dem Neubesatz erwarten die Lachswarte für die kommenden Jahre vorzeigbare Erfolge.
Lahn-Aussichten
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium in Mainz hat der Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord den Auftrag erteilt, die seit 1985/86 ausstehenden Nachtragsbeschlüsse des Planfeststellungsverfahrens für die beiden Wehre Nassau und Dausenau zu vollziehen. Das hat der Vorsitzende der IG Lahn, Winfried Klein, von der Abteilung Wasserwirtschaft der SGD Nord auf Anfrage erfahren. Klein: "Es wird damit gerechnet, dass sich die Betreiber des Wasserkraftwerks mit allen Mitteln dagegen wehren werden.” Das Land jedoch sehe das Recht auf seiner Seite.
Dieter Fluck
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