Weitere Informationen zum Lachszentrum Hasper Talsperre finden Sie auf der CD Die Rückkehr der Lachse,
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und im Kurzfilm, Lesen

An der Hasper Talsperre,
Foto: Proformance Studios

In der Station: Streifen eines Lachsrogners,
Foto: Proformance Studios

Fangstation an der Sieg, Foto: Dr. Stemmer

Noch ganz kleine Parrs Foto: Dr. Stemmer

Gut abgewachsener Parr Foto: Dr. Korte

Abwanderungsfähiger Smolt Foto: Dr. Stemmer

Rückkehr in die Sieg Foto: Dr. Stemmer
Sie sind hier: Pressearchiv > Presse 2002 > Der Fliegenfischer, Heft 149, August/September 2002
Auch in zweiter Instanz: Sieg (grüner Strom. blutiger Strom)
"Wenn Strom eine Farbe hat, dann ist der aus der Wasserkraftanlage erzeugte "grüne" Strom rot: Rot vom Blut der abertausenden von Fischen, die tagtäglich in den Rechen und in den Turbinen der Wasserkraftwerke ihr Leben lassen müssen. Damit nicht genug: Die Stauanlagen der Wasserkraftwerke zerhacken regelrecht die Lebensräume der Fließgewässer. Fische, Rundmäuler und Kleintiere können die künstlichen Barrieren nicht überwinden. Für viele Arten bedeutet diese, durch Wasserkraftwerke hervorgerufene Trennung von ihren Laichplätzen und Aufwuchs-Lebensräumen, das Aussterben im betroffenen Gewässer. Der Beitrag, den besonders die Kleinwasserkraftwerke zum Klimaschutz leisten wollen, ist dagegen verschwindend gering:
Sie sind eher profitable Abschreibungsprojekte denn irgendwie öko. Gegen die Veröffentlichung dieser absolut begründbaren Meinung von Rainer Hennings (IG Weschnitz, VHSF) und Winfried Klein (IG Lahn, VHSF) zogen die Südseiten Wasserkraft GmbH (Lüttke) und die Hildebrandsmühle Weinheim (Römer) vor Gericht. Bereits in Erster Instanz wurde diese Klage abgewiesen. Am 22.05.2002 bestätigte nun das OLG Karlsruhe das erstinstanzliche Urteil: Rainer Hennings und Winfried Klein - und damit auch andere, die sich für unsere Fische engagieren - dürfen öffentlich sagen: Grüner Strom ist blutiger Strom.
Dies sollten Sie nun aber auch tun!
Red.
Lachs: Massive Initiative
Von Leopold Mayer
Weitsichtige Verantwortungsträger in Fischereiorganisationen, der Wasser- und Energiewirtschaft und sogar der Politik haben sich zur Gemeinschaft Der Atlantische Lachs e.V. zusammengeschlossen. Deren erklärtes Ziel ist es, in kollegialer Kooperation mit vergleichbaren Initiativen für alle potentiellen bundesdeutschen Lachsgewässer solange soviel Besatzmaterial bereitzustellen, bis sich durch eine ausreichende Zahl zurückkehrender Laichfische die Bestände wieder nachhaltig selbst erhalten können. Eine zukunftsweisende Richtungsentscheidung für die erfolgreiche Wiedereinbürgerung der Rheinlachse wurde bereits getroffen:
An der Hasper-Trinkwassertalsperre (ca. 20.050.000 m3, Restwasserablauf > 200 l/sec) wurden die Voraussetzungen für die größte und bundesweit vorbildliche Wildlachs-Aufzuchtstation geschaffen. Hier ensteht zunächst eine Kapazität für das Erbrüten von jährlich 10 Mio Eiern, für den Ausbau von 2 Mio Lachsschlupf, 1 Mio. Vorstreckbrut, ca. 500 000 Parrs und ca. 100 000 Smolts.
Zusätzlich geplant sind eine Laichfisch-Rekonditionierung und eine Haltung von Elterntieren als Genpool für Ausfallsjahre ohne oder mit zu wenig Rückkehrern. Ein tolles Projekt!
Abhängig von der zunehmenden Anzahl der bereits wieder zum Ablaichen in deutsche Gewässersysteme zurückkehrenden Wildlachse (vgl. Heft 148, S. 56 ff) und nur nötigenfalls gestützt durch Zukäufe von Ei-Material geeigneter nicht-rheinischer Lachsstämme, ist diese Wildlachssattion für weitere Ausbaustufen nach oben offen. Natürlich sollen in dieser Hasper Aufzuchtstation nicht nur möglichst viele Rückkehrer aus Fallen und Elektrofängen abgestreift und deren Eier erbrütet werden.
Auch Naturlaichplätze werden schonend genutzt bzw. renaturiert sowie dezentrale Brut- und Aufzuchtstationen privater und Vereins -Initiativen mit Fach-Info und angemessenen Besatz-Kontingenten versorgt.
Die Hasper Aufzuchtstation wird von erfahrenen Fachleuten geleitet. Alle Laichfischbeschaffungsaktionen und Besatzprojekte werden wissenschaftlich kompetent begleitet und dokumentiert. Zusätzlich werden Lachswarte für andere Aufzuchtstationen durch die Vermittlung der erforderlichen Fachkenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen qualifiziert, damit Synergie-Effekte aus lokaler Arbeit nicht ungenutzt verpuffen. Finanziert wird das Projekt durch potente Sponsoren aus der Wirtschaft und öffentlichen Körperschaften, über Mitgliedsbeiträge von Organisationen und Einzelpersonen. Diese Initiativen haben sicher einen langen, steilen und sicherlich auch steinigen Weg vor sich. Aber die Inbetriebnahme der Lachszuchtstation bedeutet einen ersten Siberstreifen am Horizont. Mein Engagement bringe ich mit Überzeugung ein. Leisten auch Sie Ihren Beitrag zum Gelingen dieses großartigen Projektes. Lassen Sie sich die Unterlagen für Sponsoren senden.
Der Atlantische Lachs e.V. Stauseebogen 23 45259 Essen Tel. 07 00 / 33 75 22 47