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Brüssel, den 21.11.2005
Herrn
Winfried Klein
Vorsitzender der IG-LAHN
August-Gerhardt-Straße 2
DE - 65594 RUNKEL/LAHN
Sehr geehrter Herr Klein,
ich danke Ihnen für Ihr Schreiben vom I. Oktober 2005 und die Übermittlung Ihres an die niederländischen Behörden gerichteten Schreibens vom 28. September zum Thema Lachs und Meerforelle im Rhein. Herr Borg hat mich gebeten, Ihnen in seinem Namen zu antworten.
Ich weiß, dass die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins den Lachs zum Symbol für die langsame Erholung des Rheinsystem erklärt hat und dass im Jahr 2000 mehrere Hundert Lachse in den Rhein zurückgekehrt sind, um sich in seinen Zuflüssen zu vermehren. Ich kenne auch die lobenswerten Arbeiten, die zur Wiederherstellung des Netzes der Lebensräume am Rhein und zur Erleichterung des Auf- und Abstiegs von Wanderfischen unternommen wurden.
Die Kommission und die Mitgliedstaaten verfolgen die Probleme im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung der Lachsbestände auf der Grundlage der Regelungen über die Lachsfischerei auf See, um sicherzustellen, dass Lachse in ausreichender Zahl zum Laichen ins Süßwasser zurückkehren. Meine Dienststellen befassen sich zurzeit mit diesem Thema, um Bewirtschaftungsmaßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik vorzuschlagen. Genauso wichtig für ein gutes Laichergebnis und das Überleben und Heranwachsen der Junglachse sind aber die Regulierung der Fischerei in den Flüssen und Mündungsgebieten sowie die Erhaltung des guten ökologischen Zustands der Flüsse. Diese Aspekte fallen jedoch nicht unter die Gemeinsame Fischereipolitik, wie Ihnen Herr Astudillo in seiner Antwort auf Ihr Schreiben vom 31. Juli mitgeteilt hat.
Der von Ihnen zitierte Artikel aus der Zeitung De Volkskrant war das Ergebnis von Undercover-Journalismus, gibt aber, obwohl recht anekdotischer Natur, doch Anlass zu Besorgnis. Die rechtliche Lage in den Niederlanden sieht so aus, dass die Anlandung von Lachs und Meerforelle verboten ist und dass Bei fange in Aal-Garnreusen wieder zurückgesetzt werden müssen. Trotz dieser Vorschriften ist nicht auszuschließen, dass in diesen ausgedehnten Gewässern in einigem Umfang illegaler Fischfang betrieben wird.
Ich habe das Referat, das sich mit der Erhaltung der Lachsbestände befasst, gebeten, sich des Problems anzunehmen. Auf erste Nachfragen haben die niederländischen Behörden mitgeteilt, dass sie die Behauptungen prüfen und dass die niederländischen Teilnehmer auf dem bevorstehenden 5. Internationalen Rheinsymposium Fischaufstieg und Fischabstieg in Bonn am 2. bis 4. November 2005 über das Thema sprechen werden. Da das Problem nicht in den direkten Zuständigkeitsbereich der GFP fällt, schlage ich Ihnen vor, Ihre genauen Fragen vorab an einen der niederländischen Symposiumsteilnehmer zu richten, deren Namen und Anschrift Sie dem auf der Website der IK.SR (http://www.iksr.org) veröffentlichten Programm des Symposiums entnehmen können.
Mit freundlichen Grüßen
J. FARNELL
Direktor
Der Atlantische Lachs e.V. Stauseebogen 23 45259 Essen Tel. 07 00 / 33 75 22 47