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E-Mail Kampagne: Netzfischerei in den Niederlanden

Sent: Thursday, October 27, 2005 6:46 PM
Subject: Netz- und Reusenfischerei im Rheindelta

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

wir wenden uns heute an Sie, weil wir seit Jahren ein großes Problem im niederländischen Rheindelta-Gebiet verfolgen, welches unbedingt und zum Erfolg der internationalen Lachswiederansiedlungsprojekte im Rheingebiet gelöst werden muss! Jährlich werden von den Rheinanliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Deutschland und Luxemburg über eine Million Lachssetzlinge ausgesetzt. Doch trotz dieser intensiven Besatzmaßnahmen geht die Anzahl der Rückkehrer aus dem Atlantik stetig zurück.

Fast alle Lachs- und Meerforellen - Rückkehrer in den Rhein werden von vielen Tausend Netz- und Reusenfischern gefangen und sogar illegal vermarktet. Der Artikel vom 20.07.2005 in der niederländischen Tageszeitung „De Volkskrant“ war in dieser Beziehung sehr aufschlussreich und bestätigt unsere seit Jahren gehegten Vermutungen sehr eindrucksvoll! Wir gehen davon aus, dass Sie den Artikel kennen und auch Sie zur Lösung der Probleme beitragen möchten.

Im Deltarhein stehen nach unseren Informationen viele Tausend Netze und Reusen, die weder den abwandernden Smolts noch den adulten Rückkehrern ein Durchkommen ermöglichen. In Kiemennetzen und Reusen gefangene und eventuell zurückgesetzte Fische sind durch Schleimhaut und Kiemenverletzungen dem sicheren Tod geweiht und verloren.

Mit großer Verwunderung und Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Allgemeine Inspektionsdienst (AID) des verantwortlichen niederländischen Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Ernährungsqualität keinen Grund für gezielte Kontrollen der längst ausgeuferten und illegalen Netz- und Reusenfischerei auf Wandersalmoniden im Rheindelta sieht. Wenn man bedenkt, wie viele Stunden und Tage die ehrenamtlichen Mitarbeiter pro Jahr mit der Erbrütung, Aufzucht, Besatz der Lachse und den kontinuierlichen Kontrollen ehrenamtlich beschäftigt sind, um den Artenschutzprojekten zum Erfolg zu verhelfen, so ist es uns völlig unverständlich, dass in den Niederlanden nicht in die ausgeuferte Netz- und Reusenfischerei von Staats wegen eingegriffen wird.

Wir bitten Sie sich dafür einzusetzen, dass in den Niederlanden dieser illegalen Netz- und Reusenfischerei auf Lachse und Meerforellen unverzüglich ein Ende gemacht wird und die zuständigen Ministerien, staatlichen Stellen, Behörden und Aufsichtsorgane ihren Verpflichtungen zur Abstellung dieser gravierenden Missstände gerecht werden! Ohne Ihre Mithilfe werden die teueren Wiederansiedlungsbemühungen erfolglos bleiben.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Bedenken teilen und sich persönlich dafür einsetzen würden, dass das Problem der unkontrollierten Reusen und Netzfischerei im Deltarhein sowie der illegale Verkauf der Lachse und Meerforellen strikt verfolgt und unterbunden wird.

Hierfür wären wir Ihnen zu großem Dank verpflichtet.

Der Fischereiverein Wittgenstein e. V. ist mit der IG-Lahn, seit Jahren aktiv mit der Wiederansiedlung des Lachses beschäftigt. Mit viel Aufwand, finanziellem und ehrenamtlichen Engagement, haben wir die obere Lahn in NRW wieder durchgängig gestaltet und Lachsbesatz ausgebracht. Die Bedingungen sind optimal. Die beschriebenen Zustände in Ihren Gewässern sind natürlich untragbar. Sollten die Lachsbestände irgendwann einmal wieder nutzbar sein, kann der Lachs auch wieder gefangen werden.

Es gibt einen Spruch: Wenn der letzte Baum gefällt ist, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann. Das passt wunderbar zu diesem Thema. Ihre Fischer entziehen sich Ihre Existenz, denn die gesamte Fauna leidet unter diesem Raubbau.

Ich fordere Sie auf zu handeln.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Weber
1. Vorsitzender

Espeweg 21
D 57319 Bad Berleburg

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