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E-Mail Kampagne: Netzfischerei in den Niederlanden

Karlsruhe, 8.11.05

Wiedereinbürgerung des Lachses im Rheinsystem

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe nachfolgend abgedrucktes Schreiben an die zuständigen niederländischen Ministerien und Kommissionen gerichtet, in dem ich unsere Sorgen um die Störung des Lachsaufstieges durch niederländische Berufs- und Nebenerwerbsfischerei zum Ausdruck gebracht habe. Ich bitte Sie uns bei unserem Anliegen zu unterstützen.

"Die internationale Kommission zum Schutz des Rheines, in der alle Rheinanliegerstaaten vereinigt sind, hat das "Aktionsprogramm Rhein" ins Leben gerufen, in dem alle Rheinanliegerstaaten zusammenarbeiten. Die Symbolfigur dieses Programms stellt der Lachs dar. Um seine Wiedereinbürgerung zu erreichen wurde das Aktionsprogramm "Lachs 2000" gegründet, das sich inzwischen erweitert hat in das Programm "Lachs 2020 " Allein an dieser weit in die Zukunft gerichteten Absicht ist zu sehen, dass dieses Unterfangen lange Jahre dauern wird, bis das Ziel nur annähernd erreicht sein wird.

In Baden-Württemberg wird seit 1993 versucht, den Lachs im Oberrheinsystem wieder einzubürgern. Es wurden hier allein in den Jahren 1999 bis 2003 300 000 Junglachse in die Zuflüsse zum Oberrhein eingesetzt. Trotzdem ist festzustellen, dass die Zahl der rückkehrenden Fische, die am Fischpass der Staustufe Iffezheim gezählt werden, rückläufig ist. Waren es 2004 noch 103 Lachse, so ist die Zahl bis 2004 auf 74 gesunken. Der Anglerverein Karlsruhe beteiligt sich an dem Programm seit 1996. In seiner Brutanstalt, die auf Gemarkung Karlsruhe nahe dem Rhein liegt, werden jährlich bis zu 30 000 Lachseier erbrütet. Dabei gelingt es regelmäßig zwischen 70 und 90 % der Junglachse (Parr) in die Alb und die Murg auszusetzen, wo sie hervorragend heranwachsen. Die beiden rechtsrheinischen Flüsse, deren Quellen im Nordschwarzwald liegen, münden unterhalb der Staustufe Iffezheim in den Strom. Untersuchungen der Fischereibehörde haben ergeben, dass die herangewachsenen Smolt in großen Mengen die beiden Flüsse verlassen und in den Rhein wandern.

Wir sind in Baden-Württemberg der einzige Verein, der sich am Programm beteiligt und Lachseier erbrütet. Dabei werden alle Arbeiten im Ehrenamt, d.h. unentgeltlich geleistet. Das sind pro Saison ca. 1 000 Arbeitsstunden. Die Kosten für Strom, Wasser, Futter, vet. ärztliche Betreuung, Material usw. belaufen sich jährlich auf mehrere tausend Euro.

Wir sind besonders betroffen, weil wir erfahren, dass die aus dem Meer aufsteigenden Lachse kaum eine Chance haben, zu uns in den Oberrhein zu gelangen, weil sie in den Reusen und Netzen der Berufs- und Nebenerwerbsfischer im Deltarhein gefangen und illegal vermarktet werden.

Wir fragen die niederländische Regierung:

Sind Sie bereit, zu untersuchen, wie viele Lachse in den niederländischen Gewässern gefangen und illegal vermarktet werden?

Haben Sie Kenntnis darüber, wie viele Netze und Reusen ausgelegt werden?

Sind Sie bereit Maßnahmen zu treffen, die das Aufsteigen der Lachse in ausreichender Zahl garantieren?

Werden Sie die fischereifreien Zonen von 300 m an Schleusen, Wehren und Fischtreppen einführen?

Fühlen Sie sich an den Lachsvertrag der Rheinanliegerstaaten aus 1885 gebunden?

Ich richte an Sie den Appell, treffen Sie Maßnahmen, um dem Lachs die Wiedereinbürgerung in das Rheinsystem zu ermöglichen.

Wir wünschen uns darauf hoffen zu dürfen.

Voller Hochachtung
Fritz Baumann

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