Infos zur Kampagne

www.roofvisnet.nl
www.nvvs.org

Sehr geehrter Leser - bitte helfen Sie mit, verlangen Sie Auskunft! Richten Sie ihre Fragen und Anregungen bitte an nebenstehende Institutionen. Und bitte schicken Sie eine Kopie per E-Mail an „Der Atlantische Lachs e.V.“ info (AT) lachsverein.de

(„Fischereiministerium/ Ministry of Fisheries“)
Minister van Landbouw, Natuurbeheer en Voedselkwaliteit
Dr. C.P. Veerman Postbus 20401
NL-2500 EK Den Haag
Niederlande

(„Ministerium für Wassermanagement/ Ministry for Water-Management“)
Staatssecretaris
Frau Drs. M.H. Schultz van Haegen
Ministerie van Verkeer en Waterstaat
Postbus 20901
NL-2500 EX Den Haag
Niederlande

(„Fischereikommission/ Fisheries Commission Parlament“)
Tweede Kamer der Staten-Generaal Vaste commissie voor LNV
Griffier: Van Leiden
Postbus 20018
NL-2500 EA Den Haag
Niederlande


(„Parlament, Kommission für Wassermanagement/ Commission for Water-Management“)
Tweede Kamer der Staten-Generaal Vaste commissie voor Verkeer en Waterstaat
Griffier: Roovers
Postbus 20018
NL-2500 EA Den Haag
Niederlande


Europäische Kommission/
European Commission
Mr. Joe Borg
Fischerei und Maritime Angelegenheiten
Rue Joseph II Nr. 99
B-1049 Brüssel
Belgien

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E-Mail Kampagne (Juli - Dezember 2005): Netzfischerei in den Niederlanden

Wo endet der Lachs?

Eine Information des Vereins Der Atlantische Lachs e.V., Stauseebogen 23, D-45259 Essen

Im Deltarhein verschwinden viele Lachse in Reusen und Netzen und werden illegal verkauft.

Jährlich werden von den Anrainern Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Deutschland über eine Million junge Lachse mit Erfolg in geeigneten Lebensräumen ausgesetzt - zwischen 1999 und 2003 allein 11,3 Mio. Seit Ende der 1990er Jahre wurden die Besatzanstrengungen nochmals deutlich verstärkt (weitere Besatzgewässer, methodische Optimierungen). Entsprechend ist auch das Smoltaufkommen seit dem Jahr 2000 stark angestiegen. Doch trotz dieser effektiven Intensivierung der Besatzmaßnahmen ist die Anzahl der Rückkehrer im Rheinsystem derzeit rückläufig (siehe Grafik)!

Grafik der Lachsfänge in Buisdorf und Iffezheim

Mittlerweile ist in fast allen Besatzgewässern des Rheins eine Rückkehrerquote unter 1 % zu verzeichnen - Tendenz fallend. Dies steht jedoch im Gegensatz zum europäischen Trend. Da andere Gefährdungsursachen (z.B. Wasserkraft) nahezu unverändert sind, muss die Ursache für den Rückgang im Deltarhein gesucht werden. Nach einem Artikel der renommierten niederländischen Tageszeitung „De Volkskrant“ (20.7.2005) existiert ein zunehmendes Problem durch Berufs- und Nebenerwerbsfischerei im Deltarhein. „Viele Lachse verschwinden in Reusen und Netzen und werden illegal verkauft.“ Das Problem ist in den Niederlanden schon länger bekannt, wird aber beharrlich ignoriert. Interessante Daten aus „De Migratie van Zeeforel in Nederland“ von A. bij de Vaate und A.W. Breukelaar (RIZA 2001, Rapport Nr. 2001.046) (Zeeforel = Meerforelle) belegen dies. Mit Sendern (Transpondern) versehene Meerforellen gingen schon damals in erschreckendem Ausmaß auf ihrer Wanderung durch den Netzdschungel „verloren“. Zitate aus dem RIZA-Report: „In bestimmten Flussabschnitten liegt der Anteil 'verschwundener' Meerforellen sogar über 25 %.“. „Eine Erklärung dafür scheint die berufliche Fischerei in diesen Strecken zu sein“. Der Allgemeine Inspektionsdienst (AID) des verantwortlichen niederländischen Ministeriums f. Landwirtschaft, Natur und Ernährungsqualität sieht dennoch „keinen Grund für gezielte Kontrollen“. Dass es sich nach dem Artikel in „De Volkskrant“ bei den Fängen um mehr als nur Zufälle handelt und auch die Anzahl der „Zufälle“ mit der Anzahl der gestellten Netze ansteigt, scheint bisher keine Aktivität auszulösen. Unübersehbar ist aber die steigende Zahl an Reusen und Netzen - ihre Zahl geht mittlerweile wahrscheinlich in die Tausende. Diese bilden in den Wanderkorridoren von Lachs und Meerforelle ein immer dichteres Netz - mit fatalen Folgen für Smolts und Rückkehrer. Denn auch wenn die Fische (vorschriftsmäßig) zurückgesetzt werden, ist ihre Überlebenschance nahe Null.

Was bleibt, sind Fragen - die am besten die Niederländische Regierung beantworten kann: Sind die Niederlande bereit, zu untersuchen, wie viele Lachse und Meerforellen in den Niederländischen Gewässern gefangen und illegal verwertet werden? Wie viele Reusen und Netze operieren wirklich (Angaben sowohl in Meter als auch in Anzahl) und gibt es Beschränkungen bzw. Kontrollen? Ist man politisch bereit, die Niederländische Fischerei so einzuschränken, dass Lachse und Meerforellen eine bessere Chance haben, durch das Gebiet der Niederlande zu migrieren? Warum sind die „Fischereifreien Zonen“ von 300 Metern (Regierungsbeschluss zum Schutz der Wanderfische 2000) bei Fischtreppen, Wehren und Schleusen nie eingeführt worden? Fühlt sich die Regierung noch an den „Lachsvertrag“ der Rheinanliegerstaaten (von 1885), der nie aufgekündigt wurde, gebunden?

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Der Atlantische Lachs e.V.    Stauseebogen 23   45259 Essen    Tel. 07 00 / 33 75 22 47